IKKE - Bildungs- und Barrierefreiheit durch Digitalisierungsinstrumente in der beruflichen Ausbildung

In Deutschland leben rund 33 Prozent der Bevölkerung mit einer Beeinträchtigung. Nur gut die Hälfte von ihnen, im erwerbsfähigen Alter, sind auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt beschäftigt. Der Weg dorthin ist häufig nur über Um- und verlängerte Ausbildungswege möglich. Die angebotenen Beschäftigungsverhältnisse bewegen sich meist auf dem Helferniveau.

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Die Idee des Forschungsprojekts IKKE ist es, die Ausbildung zum Koch oder Köchin in einer „Inklusiven Küche“ für Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen zu ermöglichen. In den drei Jahren Projektlaufzeit (2018 – 2021) wird im Verbund beforscht und daran gearbeitet einen modernen orts- und zeitunabhängigen Zugang zur beruflichen Qualifikation zu realisieren. Das Vorhaben trägt zudem zur Weiterentwicklung und Attraktivitätssteigerung der Region Prignitz bei.

Inklusion durch Gestaltung innovativer Lernumgebungen

Ziel des Projektverbundes, bestehend aus der BBZ Prignitz GmbH, der Hochschule Magdeburg- Stendal, dem Landkreis Prignitz und dem Lebenshilfe Prignitz e. V., ist es eine innovative, digitale Lehr- und Lernumgebung für die berufliche Bildung zu schaffen und durch den Einsatz von Technik Barrierefreiheit zu gewährleisten.

Dadurch werden Auszubildende in die Lage versetzt, selbstbestimmt und kontrolliert gemeinsam an allen Orten der beruflichen Bildung flexibel und systematisiert miteinander und voneinander zu lernen. Hierbei steht vor allem die Individualität des Lernens im Mittelpunkt.

Gemeinsam für ein selbstbestimmtes Leben in der Mitte der Gesellschaft

Die Sensibilisierung und Unterstützung der Unternehmen im Umgang mit der Zielgruppe Menschen mit Behinderung (MmB) führt zum Ausbau der Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten und bietet einen Lösungsansatz für die Problematik des Arbeits- bzw. Fachkräftemangels.

„Nicht die Menschen mit Behinderung, sondern die Gesellschaft muss sich anpassen. Das gesellschaftliche Leben aller muss herausgearbeitet, und das duale Ausbildungssystem maßgeblich angepasst werden“, so Projektleiter Prof. Dr. Matthias Morfeld.

Inklusion wird auch durch eine Veränderung räumlicher Strukturen hin zur Gestaltung von barrierefreien, gemeinsamen Lernorten in Betrieb, Berufsschule und in der Verbundausbildung erzielt. Sie ist ein Element im Prozess der Integration von MmB zwischen inklusiver Schule, Arbeiten und selbstbestimmtem Leben im Kontext gesellschaftspolitischer Querschnittsaufgaben.

Ergebnis auch in andere Berufsbilder übertragbar

Gegenseitige Akzeptanz und Toleranz im gesellschaftlichen Gesamtbild wird gefördert und das Projekt führt zu einer besseren Einschätzung der körperlichen und geistigen Gegebenheiten, Fähigkeiten und Know-How bei MmB.

Es ergibt sich ein nachhaltiger, sozialer Erfahrungsschatz bei den Auszubildenden. Das Ergebnis in Form von nachhaltigen, digitalen Instrumenten kann auf beliebige Berufsbilder adaptiert werden. MmB sollen durch Sozialisation und Technikeinsatz zunehmend für sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse qualifiziert werden.

Für weitere Informationen wenden Sie sich an:

Prof. Dr. Michael Herzog
michael.herzog@hs-magdeburg.de

Wiss. Mi Victoria Batz
victoria.batz@hs-magdeburg.de